
Polyphenole sind natürliche Pflanzenstoffe, die in zahlreichen Lebensmitteln vorkommen. Sie gehören zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe und werden häufig im Zusammenhang mit Antioxidantien erwähnt. In der Ernährung spielen Polyphenole vor allem als Bestandteil pflanzlicher Kost eine Rolle.
Was sind Polyphenole?
Polyphenole sind eine grosse Gruppe bioaktiver Pflanzenstoffe. Sie kommen ausschliesslich in Pflanzen vor und tragen dort unter anderem zur Farbe, zum Geschmack und zum Schutz vor Umwelteinflüssen bei. Chemisch zeichnen sie sich durch mehrere phenolische Strukturen aus, woraus sich auch ihr Name ableitet. In der Ernährungswissenschaft werden Polyphenole den sekundären Pflanzenstoffen zugeordnet und häufig im Kontext antioxidativer Eigenschaften beschrieben.
Polyphenole und Antioxidantien
Viele Polyphenole werden den Antioxidantien zugeordnet. Antioxidantien sind Stoffe, die in wissenschaftlichen Modellen im Zusammenhang mit oxidativen Prozessen untersucht werden.
Polyphenole sind dabei eine der bedeutendsten Untergruppen innerhalb dieser Stoffklasse. Eine Übersicht zum Thema Antioxidantien findest du hier: Antioxidantien – Überblick
In welchen Lebensmitteln kommen Polyphenole vor?
Polyphenole sind vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Die Konzentration kann je nach Sorte, Reifegrad und Verarbeitung stark variieren.
Polyphenole sind vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Die Konzentration kann je nach Sorte, Reifegrad und Verarbeitung stark variieren. Besonders Beeren liefern eine Vielzahl unterschiedlicher Polyphenole, die häufig auch in kombinierten Beerenextrakten zusammengeführt werden.
- Beeren (z. B. Trauben, Heidelbeeren)
- Äpfel und Birnen
- Tee (grüner und schwarzer Tee)
- Kaffee
- Kakao und dunkle Schokolade
- Gemüse wie Zwiebeln oder Spinat
Welche Arten von Polyphenolen gibt es?
Polyphenole umfassen mehrere Untergruppen. Zu den bekanntesten zählen:
- Flavonoide
- Phenolsäuren
- Stilbene
- Lignane
Untergruppen von Polyphenolen
Polyphenole lassen sich in mehrere chemisch verwandte Untergruppen einteilen, die sich in Struktur und Vorkommen unterscheiden. Zu den Polyphenolen zählen unter anderem wie oben aufgelistet, Flavonoide, Phenolsäuren, Stilbene und Lignane. Flavonoide sind die bekannteste Gruppe und umfassen Verbindungen wie Quercetin und andere Pflanzenfarbstoffe, die in Obst und Gemüse vorkommen. Phenolsäuren wie Kaffeesäure findet man etwa in Kaffee und Vollkornprodukten. Stilbene wie Resveratrol kommen vor allem in Weintrauben vor und Lignane in Leinsamen und Getreide.
Einige dieser Einzelstoffe wie OPC, Resveratrol oder Quercetin gehören zu diesen Untergruppen. Diese werden auf Vitamin.ch jeweils auf eigenen Seiten behandelt.
Polyphenole in der Ernährung
Polyphenole sind Bestandteil vieler pflanzlicher Lebensmittel und kommen daher automatisch in einer abwechslungsreichen Ernährung vor. Eine hohe Vielfalt an Obst, Gemüse und pflanzlichen Getränken trägt dazu bei, unterschiedliche Polyphenole aufzunehmen. In der wissenschaftlichen Betrachtung werden Polyphenole nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit anderen Nahrungsbestandteilen betrachtet.
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Wissenschaftliche Publikationen über Polyphenole
Polyphenole sind seit vielen Jahren Gegenstand ernährungswissenschaftlicher Forschung. Zahlreiche Übersichtsarbeiten und experimentelle Studien befassen sich mit ihrer chemischen Struktur, ihrem Vorkommen in Lebensmitteln sowie ihrem Verhalten im menschlichen Stoffwechsel.
Eine häufig zitierte Übersichtsarbeit von Scalbert et al. beschreibt Polyphenole als eine der grössten Gruppen sekundärer Pflanzenstoffe und ordnet sie systematisch nach ihren chemischen Eigenschaften und natürlichen Quellen ein. Dabei wird auch auf Unterschiede zwischen einzelnen Polyphenolklassen eingegangen.
Scalbert A. et al. (2005) Dietary polyphenols and the prevention of diseases, American Journal of Clinical Nutrition
Manach et al. untersuchten in einer weiteren grundlegenden Publikation die Bioverfügbarkeit von Polyphenolen aus der Nahrung. Die Autoren zeigen auf, dass Aufnahme, Umwandlung und Ausscheidung stark vom jeweiligen Polyphenoltyp sowie von der Lebensmittelmatrix abhängen.
Manach C. et al. (2004) Polyphenols: food sources and bioavailability. American Journal of Clinical Nutrition
Neuere Übersichtsarbeiten, unter anderem von Del Rio et al., fassen den aktuellen Forschungsstand zu Polyphenolen, ihren Metaboliten und deren Rolle im menschlichen Organismus zusammen. Dabei wird betont, dass Polyphenole im Rahmen einer Gesamtbetrachtung der Ernährung untersucht werden und nicht isoliert bewertet werden sollten.
Del Rio D. et al. (2013) Dietary polyphenolics in human health, Antioxidants & Redox Signaling