Sekundäre Pflanzenstoffe – pflanzliche Inhaltsstoffe im Überblick

Sekundäre Pflanzenstoffe – pflanzliche Inhaltsstoffe im Überblick

Sekundäre Pflanzenstoffe kommen ausschliesslich in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Die Zusammensetzung und Menge hängt stark von Sorte, Reifegrad, Anbau und Verarbeitung ab. In der Praxis werden solche Pflanzenstoffe oft auch über Mischungen aus verschiedenen Beeren- und Fruchtextrakten ergänzt – ein Beispiel dafür sind Kombinationen aus verschiedenen Beeren- und Fruchtextrakten.

Was sind sekundäre Pflanzenstoffe?

Sekundäre Pflanzenstoffe sind chemische Verbindungen, die Pflanzen selbst herstellen, jedoch nicht direkt für ihr Wachstum oder ihre Energieversorgung benötigen. Sie dienen Pflanzen unter anderem als Schutz vor UV-Strahlung, Schädlingen oder Krankheitserregern. In der menschlichen Ernährung werden sekundäre Pflanzenstoffe im Zusammenhang mit einer pflanzenbetonten Kost betrachtet.

Sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien

Viele sekundäre Pflanzenstoffe werden den Antioxidantien zugeordnet. Antioxidantien sind Stoffe, die in wissenschaftlichen Modellen im Zusammenhang mit oxidativen Prozessen untersucht werden. Innerhalb der sekundären Pflanzenstoffe stellen Polyphenole eine besonders grosse und gut erforschte Gruppe dar. Antioxidantien – Überblick

Welche Gruppen sekundärer Pflanzenstoffe gibt es?

Sekundäre Pflanzenstoffe lassen sich in mehrere Hauptgruppen einteilen. Diese unterscheiden sich in ihrer chemischen Struktur sowie in ihrem Vorkommen in Lebensmitteln.

  • Polyphenole
  • Carotinoide
  • Glucosinolate
  • Phytosterine
  • Saponine
  • Sulfide

Polyphenole bilden innerhalb dieser Gruppen eine besonders vielfältige Stoffklasse und werden auf Vitamin.ch auf einer eigenen Übersichtsseite behandelt.

In welchen Lebensmitteln kommen sekundäre Pflanzenstoffe vor?

 

Sekundäre Pflanzenstoffe kommen ausschliesslich in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Die Zusammensetzung und Menge hängt stark von Sorte, Reifegrad, Anbau und Verarbeitung ab. In der Praxis werden unterschiedliche Pflanzenstoffe häufig auch in Kombinationen aus verschiedenen Beeren- und Fruchtextrakten betrachtet.

  • Obst und Beeren
  • Gemüse und Hülsenfrüchte
  • Vollkornprodukte
  • Nüsse und Samen
  • Kräuter und Gewürze

Eine abwechslungsreiche, pflanzenbetonte Ernährung liefert in der Regel eine breite Vielfalt unterschiedlicher sekundärer Pflanzenstoffe.

Sekundäre Pflanzenstoffe in der Ernährung

In der Ernährungswissenschaft werden sekundäre Pflanzenstoffe nicht isoliert betrachtet, sondern immer im Zusammenhang mit der gesamten Lebensmittelmatrix. Sie sind Bestandteil natürlicher Lebensmittel und werden gemeinsam mit Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen aufgenommen.

Weiterführende Übersicht

Einzelne Gruppen sekundärer Pflanzenstoffe werden auf Vitamin.ch vertieft behandelt.
Polyphenole – pflanzliche Inhaltsstoffe im Überblick

Wissenschaftliche Publikationen über sekundäre Pflanzenstoffe

Hier sind einige zentrale Publikationen, die eine gute Grundlage zum Thema sekundäre Pflanzenstoffe (Phytochemicals) bieten. Ein Klick auf den Link führt direkt zur Quelle.

1. Liu RH. (2013). Dietary bioactive compounds and their health implications. Journal of Food Science, 78(Suppl 1), A18–A25. https://doi.org/10.1111/1750-3841.12101
Kurz-Zusammenfassung: Übersichtsarbeit zu bioaktiven Pflanzenstoffen in Lebensmitteln (u. a. Polyphenole, Carotinoide und weitere Phytochemicals) und deren Einordnung im Kontext einer pflanzenbetonten Ernährung.

2. Kris-Etherton PM, Hecker KD, Bonanome A, et al. (2002). Bioactive compounds in foods: their role in the prevention of cardiovascular disease and cancer. The American Journal of Medicine, 113(Suppl 9B), 71S–88S. https://doi.org/10.1016/S0002-9343(01)00995-0
Kurz-Zusammenfassung: Überblick über bioaktive Inhaltsstoffe pflanzlicher Lebensmittel (u. a. phenolische Verbindungen/Flavonoide) und warum diese im Zusammenhang der gesamten Ernährung und Lebensmittelmatrix betrachtet werden.

3. Liu RH. (2004). Potential synergy of phytochemicals in cancer prevention: mechanism of action. The Journal of Nutrition, 134(12 Suppl), 3479S–3485S. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15570057/
Kurz-Zusammenfassung: Erklärt das Konzept, dass Phytochemicals in ganzen Lebensmitteln als Mischung auftreten und deshalb häufig nicht sinnvoll ist, einzelne Stoffe isoliert zu bewerten, ohne den Lebensmittel- und Ernährungskontext zu berücksichtigen.

 

 

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